Island – Tag 6

Vulkanische Aktivität

Island Rundreise | 2017 | Tag 6
Vereiste Straße im Südwesten Islands

Um 8 Uhr stehen wir auf und werden im zum Hotel gehörenden Restaurant von einem erstklassigen Frühstücksbuffet empfangen: Vollkornbrötchen, Eier, Schinken, Salami, (echter) Käse, Müsli, Joghurt und Kaffee warten auf die Hotelgäste. Bedenkt man die isländischen Preise, hat unser Frühstück wahrscheinlich den Gegenwert eines Kleinwagens.

Nachdem wir ausgecheckt und uns von den netten Hotelbesitzern verabschiedet haben, steht zur Abwechslung mal wieder der Besuch eines Wasserfalls auf dem Programm. Der Seljalandsfoss unterscheidet sich allerdings von allen bisher besuchten Wasserfällen, da man über einen glitschigen Fußweg zur Rückseite des Wasserfalls gelangen kann.

Der Wasserfall Seljalandsfoss im Südwesten Islands

Zwar wird man ein bisschen nass, da man direkt an den fallenden Wassermassen und der aufgewirbelten Gischt vorbeigeführt wird, aber wann bietet sich schon mal so eine Gelegenheit.

Anschließend starten wir den zweiten Versuch, zu dem Flugzeugwrack in Sólheimasandur zu gelangen und parken wieder auf dem bereits bekannten Parkplatz irgendwo im Nirgendwo. Das Wetter ist heute deutlich besser als gestern: Kaum Wolken am Himmel, strahlender Sonnenschein und eine steife Brise. Guter Dinge treten wir den Fußmarsch an und erreichen unser Objekt der Begierde nach ca. 50 Minuten. Mitten im schwarzen Sand liegt ein silbrig glänzendes, stark beschädigtes Flugzeugwrack.

Stark beschädigtes Flugzeugwrack nahe Solheimasandur

Flügel, Interieur und Heckpartie der Maschine sind nicht mehr vorhanden, aber sie ist noch immer als verhältnismäßig kleines Flugzeug erkennbar. Es handelt sich um eine Douglas DC-3 der US Air Force, die hier am 24. November 1973 vermutlich wegen Treibstoffmangel notlanden musste. Zahlreiche Touristen haben sich bereits im Stahl des Rumpfes und der Flügelstutzen verewigt und ich verbringe einige Zeit damit, mir verschiedene Sprüche und Annekdoten durchzulesen.

Etliche Fotos und einen kurzen Spaziergang am Strand entlang später machen wir uns auf den Rückweg und kommen nach einer Dreiviertelstunde ziemlich durchgefroren am Clio an. Nach einer kurzen Fahrt entscheiden wir uns spontan dazu, nochmals am Skógafoss zu halten. Da heute die Sonne scheint, trauen wir uns deutlich näher an den Wasserfall heran und werden mit dem Anblick eines doppelten Regenbogens belohnt *Herzchenaugensmiley*.

Doppelter Regenbogen in der Gischt des Wasserfalls Skogafoss

Eine Viertelstunde später fahren wir wieder zurück Richtung Hella. Nach kurzer Zeit passieren wir eine kleine Hütte, die in großen weißen Buchstaben als Eyjafjallajökull Visitor Centre gekennzeichnet wurde. Der Eyjafjallajökull-Gletscher erlangte 2010 weltweite Berühmtheit, da der darunterliegende Vulkan den Flugverkehr über Europa für mehrere Tage zum Erliegen brachte. Außerdem wurde hier eine Szene für „The Secret Life of Walter Mitty“ gedreht. Einen Film, den ich sehr mag.

Aus diesen Gründen zahlen wir jeweils 850 ISK Eintritt und schauen uns einen 20-minütigen Film über das Leben am Hang des Gletschers und den bereits erwähnten Ausbruch an. Ich bereue den Besuch nicht, aber man sollte nicht allzuviel erwarten. Das Visitor Centre hat zwar einen informativen Charakter, ist aber sehr klein und bietet außer dem Film nur einen kleinen Souvenirshop und ein paar Infotafeln.

Zurück in Hella beziehen wir unsere heutige Bleibe: Eine spartanisch eingerichtete Holzhütte mit Küchenzeile, eigenem Bad und tollem Ausblick auf einen kleinen Fluss in der Pension Arhus. Nach einem kurzen Einkauf in dem Supermarkt auf der anderen Straßenseite begehe ich wieder zahlreiche Straftaten, indem ich den Clio über verschiedene F-Roads durch die Pampa des Þingvellir Nationalparks navigiere. Unser Ziel ist das Gebiet rund um den Hekla, einen der aktivsten Vulkane Islands.

Landschaft in der Nähe des aktiven Vulkans Hekla

Etwa 50 Kilometer, viele tolle Aussichten und unzählige Schlaglöcher später, erreichen wir ein Warnschild, das die Weiterfahrt wegen vulkanischer Aktivität verbietet. Also kehren wir um und finden versehentlich eine deutlich schnellere und asphaltiertere Route zurück nach Hella – komisch. In unserer Hütte angekommen kochen wir uns noch ein paar Nudeln und gehen anschließend pennen.

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