Marina Bay Sands: Lohnt es sich?

Das Marina Bay Sands ist eines der exklusivsten Hotels in Singapur. Es wurde 2010 eröffnet, hat über 2.500 Zimmer und erlangte weltweite Bekanntheit durch seinen Infinity Pool in 191 Metern Höhe. Während unserer dreiwöchigen Rundreise durch Malaysia haben wir uns dazu entschlossen, mal ein bisschen Geld zu verprassen und uns eine Nacht in dem Nobelhotel zu gönnen. Funfact: Die Übernachtung im Marina Bay Sands war teurer als alle anderen 19 Übernachtungen zusammengenommen.

Für den Fall, dass du mal mit dem Gedanken spielst dort einzukehren, findest du im Folgenden die Antwort eines Low-Budget-Reisenden auf die Frage „Marina Bay Sands: Lohnt es sich?“.

Singapurs Waterfront mit Marina Bay Sands Hotel bei Nacht

Lage:

Das Marina Bay Sands wurde auf der Halbinsel Marina South erbaut und liegt genau zwischen den künstlich angelegten Gardens by the Bay und der Waterfront Promenade. Damit befindet sich das Hotel nah am Herzen Singapurs. Downtown und Marina Bay sind neben Sentosa Island und Clarke Quay wohl die prestigeträchtigsten Stadtviertel des kleinen Staates – die Lage kann also durchaus als standesgemäß bezeichnet werden.

Über die beiden MRT-Linien Circle Line und Downtown Line ist das Hotel bestens an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Die Station Bayfront befindet sich genau unter dem Gebäude und ermöglicht einen direkten Zugang zur Lobby und zu den Shoppes at Marina Bay Sands – dem ressorteigenen Einkaufszentrum. Das Hotel verfügt ebenfalls über gute Busanbindungen, diese haben wir jedoch nicht genutzt.

Zimmer:

Durch die attraktive Lage des Marina Bay Sands hat jedes Zimmer einen atemberaubenden Ausblick. Die Zimmer auf der Vorderseite des Hotels geben die Sicht über die Waterfront Promenade frei, die Zimmer auf der Rückseite laden zum Blick über die Gardens by the Bay und den angrenzenden Ozean ein. Bei der Buchung kann man seine bevorzugte Aussicht gleich mit angeben. Tipp: Um ein bisschen zu sparen, habe ich keine Präferenz angegeben – und wurde beim Check-In gefragt welche Seite wir denn gerne hätten. Die uns empfohlene Option, Garden-View aus dem 14. Stockwerk, hat uns jedenfalls kein bisschen enttäuscht.

Garden View aus dem 14. Stock des Marina Bay Sands Hotels in Singapur

Der Deluxe Room ist 39 Quadratmeter groß und verfügt über einen, durch eine großflächige Glastür angeschlossenen, überdachten und möblierten Balkon. Der Raum ist in angenehmen Goldfarben gehalten und erfüllt meiner bescheidenen Meinung nach jeden Anspruch, den man an ein Fünf-Sterne-Hotelzimmer so haben kann: Von der obligatorischen Riesenglotze über wertiges Mobiliar aus dunklem Holz und Leder hin zum absolut notwendigen Telefon neben der formschönen Toilette – man kann nicht klagen.

Die Toilette im Deluxe Room des Marina Bay Sands Hotels in Singapur

Das Bett lässt schon beim ersten Probesitzen auf eine angenehme Nacht schließen und die Vorhänge, die beim Betreten des Zimmers theatralisch zur Seite schwingen und den herrlichen Ausblick auf das Meer freigeben, hätte ich auch gerne in meinem Wohnzimmer zuhause. Flecken, Schmutz oder einen nicht akkurat ausgerichteten Edelstahl-Kugelschreiber sucht man hier vergeblich.

Die Schalldämmung der Tür- und Fensterverglasung funktioniert übrigens hervorragend. Bei geöffneter Tür hört man den Verkehr auf dem nahen Highway vorbeidonnern, sobald man sie schließt herrscht absolute Ruhe.

Bis dato unbekannter Luxus findet sich auch im Badezimmer und in den Flurschränken wieder. Von der Seife bis zum Zahnstocher ist alles so hochwertig verpackt, dass man Hemmungen hat die goldverzierten Verpackungen aufzureißen. Der schwere Bademantel verspricht Qualität und mit Bügeleisen, Nadel, Faden, Fön und vielem mehr ist man für alle Eventualitäten des Oberklasse-Alltags gewappnet.

Seifenschatulle im Marina Bay Sands Hotel in Singapur

Pool:

Das bekannteste Merkmal des Marina Bay Sands ist der 191 Meter hoch gelegene Infinity Pool auf dem Dach des dreiteiligen Gebäudekomplexes. Mit Unendlichkeit ist bei diesem Pool die nicht ersichtliche Begrenzung des Beckens gemeint, die das Wasser über der Skyline Singapurs scheinbar schweben lässt.

Neben dem Pool beinhaltet das Sands Skypark genannte Areal noch ein Restaurant, eine Rooftop-Bar, eine für die Öffentlichkeit zugängliche Aussichtsplattform sowie einen palmengesäumten Bereich zum Sonnenbaden. Der 146 Meter lange Pool besteht aus drei miteinander verbundenen Becken und ist dieser Höhe und Bauweise weltweit einzigartig.

Der Infinity-Effekt kommt übrigens nur aus einem bestimmten Blickwinkel zustande. Wenn du dich schon immer mal gefragt hast, was hinter dem Abgrund kommt, findest du die Antwort auf dem nächsten Foto.

Blick über Sidney vom Infinity Pool des Marina Bay Sands Hotels aus

Anders als die Aussichtsplattform ist der Zugang zum Infinity Pool nur Hotelgästen vorbehalten. Man erreicht die Dachterrasse über einen Aufzug zum 57. Stockwerk, wo man sich mittels der Zimmerkarte nochmals verifizieren muss. Einen Dresscode gibt es nicht – Bademantel, Bikini, Shirt und Shorts sind dort gleichermaßen erlaubt. Während unserem Aufenthalt war das Besucheraufkommen im und am Pool sehr angenehm.

Der Ausblick ist durch die Höhe und den Standort des Hotels allein schon traumhaft. Diesen aber in Badehose und schwimmend geboten zu bekommen ist eine absolut surreale Erfahrung – sowohl am Tag als auch in der Nacht, denn der Bereich ist bis 23 Uhr geöffnet.

Der Infinity Pool des Marina Bay Sands Hotel in Singapur bei Nacht

Da der Pool das wahrscheinlich beliebteste Fotomotiv in ganz Singapur darstellt, ist hier jeder auf der Jagd nach dem perfekten Schnappschuss. Obwohl ich mich von der Selfiekultur klar distanziere, kann ich mich von dem Fotowahn am Infinity Pool nicht ganz freisprechen – die Aussicht und der unglaubliche Effekt sind einfach zu faszinierend.

Infinity Pool des Marina Bay Sands Hotel in Singapur

Personal & Service:

Vom Hotellier in der Lobby bis zum Zimmermädchen, das uns auf dem Gang entgegenkommt, treffen wir im Marina Bay Sands nur auf ausgesprochen freundliches und höfliches Personal. Obwohl wir in verschwitzten 50€-Outfits und mit unseren Backpacks auf dem Rücken einchecken, werden wir behandelt wie alle anderen, formeller gekleideten Gäste. Als wir beim Check-Out fragen, ob unsere Backpacks noch zwei Stunden gelagert werden können, werden sie uns mit einer freundlichen Selbstverständlichkeit abgenommen.

Der einwandfreie Service war uns ein (für unsere Verhältnisse) großzügiges Trinkgeld wert. Um es mit meiner Oma zu halten: „Auf die paar Mark kommt es schließlich auch nicht mehr an.“

Handtuchelefant vom Zimmerservice des Marina Bay Sands Hotel in Singapur

Aktivitäten & Angebote:

Von verschiedenen Kursen im preisgekrönten Banyan Tree Fitnessclub bis zum Rooftop-Yoga bietet das Marina Bay Sands verschiedene Aktivitäten für Gäste mit Bewegungsdrang an. Wir haben diesen allerdings lieber auf das Erkunden der Stadt verwendet, was ich auch dir empfehlen würde. Wenn du jedoch schon immer davon geträumt hast, bei einem Spinning-Kurs mit Aussicht auf die Skyline von Singapur zu schwitzen, wirst du hier fündig.

Während die Nutzung des Fitnessraumes im Zimmerpreis inbegriffen ist, richten sich die Preise der Aktivitäten ebenso wie Hotel und Einkaufszentrum an die Wohlbetuchten unter uns. Da wir nur eine Nacht lang in diesen Kreisen verkehren (möchten), spricht auch dieser Aspekt gegen die frühmorgendliche Yoga-Runde. Eine Auswahl des Spa- und Fitnessprogramms findest du auf der Seite des Banyan Tree Fitness Clubs.

Nach dem Vorzeigen der Zimmerkarte erhält man in den Läden des hoteleigenen Einkaufszentrums übrigens verschiedene Rabatte. Aber ganz ehrlich: Ob das Gucci-Shirt jetzt 150€ oder 140€ kostet interessiert unsereins doch nicht.

Restaurants:

Auch hier muss ich passen – wir haben preisgünstigeren Streetfood den vielen Restaurants im Hotel vorgezogen. Und die kühle Dose Bier schmeckt auf dem privaten Balkon mindestens genau so gut wie das überteuerte Pendant in der Rooftop-Bar.

Eine Übersicht aller Restaurants rund um das Marina Bay Sands findest du hier.

Preis und Buchung:

Der einzige Haken des Hotels ist der Preis, der wie schon angekündigt leider nicht ganz ohne ist. Wir haben im Frühjahr 2018 für eine Nacht in unserem Deluxe Room mit Garden-View stolze 540,24 SGD gezahlt. Umgerechnet sind das ca. 340€.

Deluxe Room im Marina Bay Sands Hotel in Singapur

Für eine Nacht, bzw. einen maximalen Zeitraum von 20 Stunden zwischen Check-In und Check-Out ist das natürlich eine Stange Geld. Dennoch sollte man den Preis in Relation setzen, denn Singapur ist generell ein teures Pflaster. Zum Vergleich: Für eine Doppelbett-Kabine im Schlaafsaal wird je nach Hostel bis zu 60€ aufgerufen.

Das Marina Bay Sands ist auf verschiedenen Hotelplattformen vertreten, z.B. booking.com. Ich habe jedoch direkt über die Webseite des Hotels gebucht, da der Preis zu diesem Zeitpunkt ein paar Prozent günstiger war und man mehr Auswahlmöglichkeiten bzgl. der Zimmer hatte.

Eine Anmeldung beim ressorteigenen Rewards-Programm lohnt sich wahrscheinlich nicht für einen einmaligen Aufenthalt. Aber wer weiß, vielleicht hast du Glück und bekommst zufälligerweise ein Upgrade – versuchen kann man es mal.

Fazit:

Trotz des hohen Preises empfehle ich jedem, der mich nach meiner Meinung fragt, einen Aufenthalt in diesem einzigartigen Hotel.

Das Marina Bay Sands ist inzwischen zu einem Wahrzeichen Singapurs geworden. Behält man diese Tatsache im Hinterkopf, und denkt man an die generell hohen Preise in dem kleinen Stadtstaat, so kann man sich schon eher mit dem Zimmerpreis arrangieren. Und spätestens wenn man das erste Mal seinen Raum betritt oder zum ersten Mal den Pool sieht, denkt man überhaupt nicht mehr an das Geld.

Es war zumindest in unserem Fall so, dass das Hotel unsere Erwartungen vollkommen erfüllt und sich nicht als Touristenfalle entpuppt hat. Wie du wahrscheinlich schon bemerkt hast, verkehren wir aber auch nicht allzu oft in Hotels dieser Preisklasse. Sollte dein Standard in Sachen Unterkünfte deutlich höher liegen, ist dir mit einer kritischen Rezension von einem Fachmann vermutlich eher geholfen als mit dieser Bewertung von jemandem, für den das nur ein Ausflug in eine zuvor gänzlich unbekannte Welt war.

Eingang zu den Shoppes at Marina Bay Sands in Singapur

Danke, dass du bis hierhin gelesen hast. Ich hoffe, der Beitrag hat dir weitergeholfen. Solltest du weitere Fragen oder Ergänzungen zum Thema haben, nutze bitte die Kommentarfunktion oder schick mir eine Mail.

Ich wurde für diese Rezension nicht bezahlt und erhalte auch keine Gegenleistungen vom Betreiber des Hotels. Alle Angaben basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und wurden nach bestem Gewissen verfasst.

PS: Ehre wem Ehre gebührt. Fast alle Fotos in diesem Bericht wurden von meiner sehr talentierten Freundin geschossen.


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