Roadtrip Malaysia – Highlights

Auf dieser Seite findest du fünf ausgewählte Highlights unserer Reise durch Malaysia. Natürlich hat das Land noch deutlich mehr zu bieten. Eine detaillierte Auflistung aller von uns besuchten Orte findest du im Tagebuch.

Taman Negara Nationalpark – Der älteste Regenwald der Welt

Etwa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit von Kuala Lumpur entfernt kann man auf eine Straße abbiegen, die etwa 60 Kilometer lang ist und in dem kleinen Dorf Kuala Tahan endet. Die Siedlung stellt den letzten Außenposten vor dem Taman Negara Nationalpark dar. Neben einigen Gasthäusern und kleinen Geschäften sind dort auch zahlreiche Anbieter von Ausfügen ansässig, die interessierte Besucher in den Nationalpark hereinführen. So werden beispielsweise Kanufahrten und Nachtwanderungen, aber auch mehrtägige Ausflüge, die tief in den Dschungel hineinführen, angeboten.

Affe am Straßenrand in der Nähe des Taman Negara Nationalparks in Malaysia

Der Nationalpark ist 4.343 Quadratkilometer groß und beheimatet das älteste Waldgebiet unseres Planeten. Es besteht seit etwa 130 Millionen Jahren und dient tausenden Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Asiatische Elefanten, Gibbons und Malaysia-Tiger sind zum Beispiel prominente Bewohner des Naturreservats. Auch einige indigene Völker sind in dem Dschungel zu Hause und fristen dort ein Leben abseits der modernen Zivilisation.

Wenn du dich für die malaysische Flora und Fauna interessierst oder gerne wanderst, führt eigentlich kein Weg an dem gigantischen Nationalpark vorbei.

Cameron Highlands– Belebender Tee und angenehmes Klima

Die Monate März und April stellen laut meiner malaysischen Freunde die beste Reisezeit für das südostasiatische Land dar. Ich kann mich dieser Aussage nur anschließen. Trotz des guten Wetters können die Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad in Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit den Körper des gemeinen Mitteleuropäers ziemlich anstrengen. Wer den klimatischen Strapazen für einige Tage entfliehen möchte, sollte einen Zwischenstopp in den Cameron Highlands einlegen.

Teefelder in den Cameron Highlands kurz vor Tanah Rata

Die Cameron Highlands wurden nach einem britischen Landvermesser benannt, der das Gebiet 1885 bei einer Expedition entdeckte. Das Plateau liegt etwa 1.500 Meter über dem Meeresspiegel. Dadurch herrschen hier angenehm kühle Temperaturen, die schon die Briten als ehemalige Kolonialherren sehr zu schätzen wussten. Tanah Rata stellt die bedeutendste Stadt in den Highlands dar und verbindet alle anderen Orte in der Region durch eine einzige Landstraße. Die Gegend ist auch heute noch von Landhäusern im britischen Kolonialstil, Teeplantagen und vielen anderen – für den Rest von Malaysia untypischen – Besonderheiten geprägt.

Als konkrete Ausflugsziele kann ich dir den Mossy Forrest, die Big Red Strawberry Farm sowie das Bharat Tea House empfehlen. Falls du selber fährst, bereite dich mental auf schlechte und beengte Straßenverhältnisse vor. Apropos fahren – solltest du dich für Autos interessieren, werden dir unterwegs viele Landrover Defender auffallen. Der Großteil der alten Jeeps scheint noch täglich im Einsatz zu sein, aber man entdeckt auch immer mal wieder verrottende Exemplare am Straßenrand. Obwohl der Anblick schmerzt, geben gerade diese Rostlauben hervorragende Fotomotive ab.

Ipoh – Tempelanlagen abseits der Touristenroute

Ursprünglich wollten wir Ipoh nur einen Besuch abstatten, weil wir keine Lust hatten die Etappe von Tanah Rata bis Georgetown in einem Stück zu fahren. Nach etwa einem Drittel der Strecke stellte die Stadt einen willkommenen Kompromiss dar. Mit Ipoh haben wir eine Stadt entdeckt, deren Potenzial noch nicht vom Tourismus erkannt und monetarisiert wurde.

Von dem angesprochenen Potenzial findet man in der Innenstadt allerdings herzlich wenig – Ipoh ist stark chinesisch geprägt und nicht besonders sehenswert. Eine kleine Ausnahme stellt höchstens die Mural Lane mit ihren bunt bemalten Hauswänden dar. Wer allerdings spannende, gesellschaftskritische Motive oder handwerkliche Meisterleistungen sucht wird hier kaum fündig. Vielmehr erinnern die spielenden Kinder und lachenden Pärchen an Illustrationen aus Schulbüchern.

Beeindruckend sind jedoch die Tempelanlagen, die rund um den Sam Poh Tong Tempel an und in großen Kalksteinfelsen errichtet wurden. Von ausgebauten Höhlensystemen, ähnlich den Batu Caves in Kuala Lumpur, hin zu farbenfroh bemalten Neubauten trifft man hier auf verschiedene, gleichermaßen sehenswerte Stätten der religiösen Andacht.

Buddha-Statuen vor der Kalksteinwand eines Tempels in Ipoh

Ein Schildkrötentümpel, der sich zusammen mit einem alten Tempel das Innere einer großen, nach oben offenen Höhle teilt, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Während die hunderten Landschildkröten in beeindruckender Kulisse zum Beispiel in Thailand Scharen von Touristen angezogen hätten, hatten wir diesen magischen Ort – wie auch die meisten anderen Tempel in Ipoh – komplett für uns alleine. Vereinzelt trifft man auf Betende oder das Tempelpersonal, aber Touristen sind hier absolute Mangelware.

Perhentian Islands – Abschalten vor der Küste

Reiseberichte über die Perhentian Islands findet man zuhauf. Ein Teil der Reisenden schwärmt von einer malerischen Zuflucht unter Palmen, aber vor allem in aktuellen Berichten findet man vorwiegend Schilderungen von Müllproblemen, der Kommerzialisierung der Inseln und somit der langsamen Zerstörung des einstigen Idylls.

Verlassenes Motorboot am Strand von Perhentian Kecil

Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Der Tourismusboom hat den Einwohnern der Perhentians wahrscheinlich in gleichem Maße genutzt, wie er der Natur und dem Ökosystem der Inseln geschadet hat. Lifestyle Hotels werden gebaut oder wurden unlängst eröffnet und das Knattern der Schnellboote, die beständig neue Touristen auf die Inseln karren oder wieder abtransportieren, ist allgegenwärtig.

Wenn man sich bewusst gegen eines der neuen Hotels entscheidet und stattdessen beispielsweise im Dschungel zeltet, kann man hier trotz der jüngsten Entwicklungen ein paar schöne Tage im Einklang mit der Natur verbringen. Konkret kann ich dir den Rainforrest Campingplatz auf Perhentian Kecil empfehlen. Dass der Verzicht auf Klimaanlagen, Strom und unbegrenzt fließendes Wasser nicht zwangsläufig Erholung bedeutet, sollte dir jedoch vorher bewusst sein.

Kota Kinabalu – Land below the wind

Die Stadt Kota Kinabalu befindet sich im Bundesstaat Sabah und damit auf der Insel Borneo. Etwa zweieinhalb Stunden dauert der Flug dorthin von Kota Bharu, das im Norden des malaysischen Festlands liegt. Von Kuala Lumpur aus ist man ungefähr genau so lange in der Luft.

Direkt an der Küste gelegen ist Kota Kinabalu vor allem berühmt für seine unglaublich schönen Sonnenuntergänge. Der weitläufige Tanjung Aru Beach ist etwa sechs Kilometer vom Zentrum entfernt und lockt in den Abendstunden unzählige Besucher an, die Fotos von und vor dem orange leuchtendem Himmel machen wollen.

In der Stadt selbst findet man alles was das Herz begehrt. Hotels und Hostels jeder Preisklasse wechseln sich ab mit Malls und Märkten jeder Preisklasse. Ein Firschmarkt ist in den Abendstunden nahe der Promenade anzutreffen, die von zahlreichen Bars, Clubs und Restaurants gesäumt wird. Nachts werden kleine Streetfood-Stände auf die Straßen gerollt und es riecht an jeder Ecke nach frisch Gegrilltem. Sonntags findet außerdem ein großer Straßenmarkt auf der Jalan Gaya statt.

Farbintensiver Sonnenuntergang an der Promenade von Kota Kinabalu auf Borneo

Kota Kinabalu ist bei Touristen beliebt und dadurch ein zentraler Ausgangspunkt für verschiedene Aktivitäten auf Borneo. Beispielsweise werden Ein- und Mehrtagestouren zum Mount Kinabalu, nach Kota Belud oder nach Indonesien angeboten. Auch das Sultanat Brunei ist nur einen Katzensprung entfernt, stellt meiner Meinung nach jedoch kein lohnenswertes Ausflugsziel dar. Genaueres dazu findest du im Tagebuch bei Tag 15.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Kota Kinabalu selbst zwar keine aufregenden Attraktionen beheimatet, aber einen angenehmen Urlaubsflair versprüht. Durch seine zentrale Lage in Sabah und die ausgeprägte touristische Infrastruktur ist die Stadt ein attraktiver Standort für alle Borneo-Reisenden.

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