Motobiking Vietnam – Highlights

Auf dieser Seite findest du fünf ausgewählte Highlights meiner Vietnamreise. Natürlich hat das Land noch deutlich mehr zu bieten. Eine detaillierte Auflistung aller von mir besuchten Orte findest du im Tagebuch.

Hanoi – Schmelztiegel der Kulturen

Die Hauptstadt bildet in meinen Augen den perfekten Startpunkt für eine Motorradreise quer durchs Land. Zum einen ist der Verkehr hier deutlich gemäßigter als in Saigon, zum anderen starten die meisten Motorrad-Touristen im Süden und müssen das Bike in Hanoi wieder loswerden.

Aber auch abgesehen von den Vorteilen hinsichtlich der Motorradtour hat Hanoi Einiges zu bieten. Französische, amerikanische und vietnamesische Einflüsse formen diese Stadt zu einem einmaligen Potpourri. Jeden Samstagabend findet im Zentrum ein ausladender Nightmarket statt, der sich perfekt dazu eignet, schonmal einen groben Überblick über das Nahrungsangebot und das Verhalten der Locals zu erhalten. Natürlich ist hier alles sehr touristisch und spiegelt das „echte Vietnam“, das du zu einem späteren Zeitpunkt in kleinen Bergdörfern oder am Rande des Ho-Chi-Minh-Highway kennenlernen wirst, kaum wieder. Trotzdem hat man meiner Meinung nach deutlich mehr davon, wenn man sich, statt auf die vielen Touris zu schimpfen, einfach mit der pulsierenden Masse durch die engen Gässchen drücken lässt, sich der Reizüberflutung hingibt und hier und da einen Fleischspieß oder einen frisch gepressten, stark gezuckerten Fruchtsaft abgreift.

Deutlich ruhiger geht es am Hoàn Kiếm See zu. Dieser liegt in unmittelbarer Nähe des Old Quarters, wo auch der Nightmarket stattfindet. Tagsüber triffst du hier viele Studenten und Lerngruppen, abends und nachts ist es ein beliebter Treffpunkt für Pärchen. Wer mit freundlichen Locals ins Gespräch kommen möchte, ist hier auch als introvertierter Reisender genau richtig.

Das Ho Chi Minh Mausoleum, das französisch geprägte Old Quarter sowie der Backpacker District Ngõ Huyện sind ebenfalls einen Besuch wert. Da Reviews und Beschreibungen in jedem Artikel über Hanoi zu finden sind, vernachlässige ich sie an dieser Stelle.

Phong Nha-Kẻ Bàng Nationalpark – Heimat der größten Höhlen der Welt

Wer sich nur ansatzweise für Naturphänomene begeistern kann, sollte definitiv einige Tage im Phong Nha-Kẻ Bàng Nationalpark einplanen. Nirgendwo sonst habe ich Flora und Fauna des Landes so intensiv kennenlernen dürfen wie hier. Tagsüber kann man den Nationalpark entweder auf eigene Faust erkunden – die meisten Straßen sind für jedermann frei zugänglich – oder man entscheidet sich für eine der vielen geführten Touren. Für die Nacht gibt es zahlreiche Möglichkeiten auf kleinen Farmstays oder in Scheunen von netten Locals und somit direkt im Dschungel zu übernachten.

Neben bemerkenswert großen Spinnen und Schmetterlingen findest du hier die größten Höhlen der Welt – und kannst diese entweder zu Fuß oder schwimmend und in vollkommener Dunkelheit erkunden. Fledermäuse und mulmige Gefühle inklusive. Das Wasser ist übrigens saukalt – wenn du dich nicht erkälten willst, nimm irgendwas Wärmendes mit.

Khe Sanh – Krieg bleibt immer gleich

Die Khe Sanh Combat Base war eine der bedeutendsten Festungen des Vietcong während des Vietnamkrieges und liegt hoch in den Bergen nahe der Grenze zu Laos. 1968 zog sich hier über mehrere Monate die „Schlacht um Khe Sanh“ hin – eine Belagerungsoffensive, bei der besonders die Nordvietnamesen zahlreiche Verluste hinnehmen mussten. Heute findet man dort, eingebettet in die beeindruckende Landschaft, eine Kleinstadt, Ruinen der alten Militäranlagen sowie ein Museum, welches sich mit den Ereignissen der Vergangenheit beschäftigt.

Der Eintritt ist günstig und man kann sich verschiedene Originalexponate im Freilichtbereich anschauen. Das kleine Museumsgebäude wartet mit zahlreichen Fotografien, Waffen und weiterer Militaria auf. Die Art der Berichterstattung ist etwas gewöhnungsbedürftig und erfolgt äußerst einseitig, pro Vietnam und contra USA. Dies sollte meiner Meinung nach aber nicht belächelt, sondern vor dem Hintergrund gesehen werden, dass ein Volk das Grauen der Vergangenheit hier bestmöglich zu verarbeiten versucht.

Einen Abstecher dorthin kann ich alleine wegen der Landschaft rundherum empfehlen: Der Weg ist das Ziel!

Mũi Né – Ein Hauch von Afrika

Die Region rund um das Fischerdorf Mũi Né wird mir wegen traumhafter Sonnenuntergänge, sehr gutem Wetter und dem einzigartigen Landschaftsmix hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben. Hier wechselt sich der vietnamesische Dschungel auf einigen Quadratkilometern mit Steppengebieten und farbintensiven Sanddünen ab, die eher an Afrika als an Südostasien erinnern.

Ich habe meinen dreitägigen Zwischenstopp in Mũi Né als Erholungspause genutzt und kann die Gegend dafür wärmstens empfehlen. Man kommt auch ohne Motobike gut von A nach B, da die Region touristisch erschlossen ist. Zudem werden eine Vielzahl an Aktivitäten und Ausflügen angeboten, falls man, bedingt durch die ganze Erholung, doch nochmal vom Tatendrang gepackt wird. Ich habe mir im Rahmen einer Sanddune-Tour z.B. die White Dunes, die Red Dunes und die Hafengegend des Fischerdorfs angeschaut.

Vom Mieten eines Rollers oder dem Erkunden der Gegend mit deinem eigenen Motobike würde ich dir dringend abraten, da viele korrupte Polizisten sich auf das Abkassieren von Touristen spezialisiert haben. Zudem gab es hier in der Vergangenheit wohl einige Fälle von betrunkenen Fahrern, die sich und andere schwer oder gar tödlich verletzt haben. Zumindest findet man in diversen Foren einiges zu diesem Thema. Falls du fahren musst, beispielsweise bei der An- oder Abreise, leite ich dir diesen Ratschlag eines Barkeepers aus Mũi Né weiter: Schwinge dich möglichst vor 5 Uhr morgens oder nach 18 Uhr abends auf deine Mühle, zu diesen Zeiten sollten kaum noch Polizisten unterwegs sein.

Saigon – Vietnamesische Kultur trifft auf westliche Großstadt

Im Gegensatz zu Hanoi präsentiert sich die ehemalige Hauptstadt von Südvietnam in einem deutlich moderneren Look. Infrastruktur, Hochhäuser, CBD – alles ist eine Nummer größer und westlicher als in der nordvietnamesischen Metropole. Seit 1976 trägt die Stadt, zu Ehren des 1969 verstorbenen Staatsmannes und Volkshelden, den Namen Ho-Chi-Minh-City. Dieser ist allerdings bis heute nicht wirklich etabliert, daher habe auch ich mir den Gebrauch des ursprünglichen Namens Saigon (oder Sài Gòn) angewöhnt.

In Saigon findest du so ziemlich alles, was du auch in einer europäischen Metropole finden würdest, nur eben in einem südostasiatischen Setting und mit ganz vielen Motobikes dazwischen. Auch in Sachen Sightseeing hat die Stadt einiges zu bieten: Notre Dame Cathedral, Bến Thành Market und das War Remnants Museum gehören zum Pflichtprogramm und finden in jedem Reiseführer Erwähnung.

Einen eigenen Abschnitt hat das Verkehrsaufkommen in und um Saigon verdient. Die Metropolregion stellt den wirtschaftlichen Motor des Landes dar und lockt entsprechend viele Pendler Tag für Tag an. Wenn du in die Stadt hineinfährst, tue dies möglicht früh am Morgen. Ich bin zwischen 6 Uhr und 8 Uhr in sehr dichten Verkehr geraten – etwas früher hätten die Straßen vermutlich noch anders ausgesehen.

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