Motobiking Vietnam – Packliste

Hier findest du eine Auflistung der Utensilien, die ich mir für meinen Vietnam-Trip besorgt habe:

Backpack

Ich habe mich für den Deuter Act Lite 50+10 entschieden und er hat mich in keiner Weise enttäuscht. Egal wie fest ich an den Reißverschlüssen ziehen musste um alles rein zu stopfen oder wie dreckig er durch Matsch und Kettenfett wurde – nichts ist gerissen und mit klarem Wasser bekam man ihn größtenteils wieder sauber. Die Rückenpolster sind so geformt, dass auch voll beladen noch Luft zirkulieren kann und durch unzählige Einstellmöglichkeiten wurde er nie unbequem. Der Günstigste ist er sicher nicht, aber da ich den Rucksack als „Langzeitinvestition“ ansehe, ist der Preis durchaus vertretbar. Wichtig: Besorgt euch für Vietnam unbedingt einen Regenschutz. Die passende Version von Deuter findet ihr hier. Ich habe den eines älteren und kleineren Rucksacks benutzt, hat auch gepasst.

Bauchtasche

Ja ich weiß, besonders modisch kommt sie nicht daher. Trotzdem will ich meine Bauchtasche auf längeren Reisen nicht mehr missen. Pass, Portemonnaie, Handy, Digicam, Schlüssel – alles griffbereit und besser vor Verlust und Diebstahl geschützt als in den Hosentaschen. In Vietnam hat sie sich besonders als Aufbewahrungsort für Powerbank und ausgedruckte Karten bewährt. Ein verstecktes Rückenfach eignet sich zudem perfekt um eine Geldreserve darin zu verstauen.

Handyhalterung

Meiner Meinung nach ist dieses Gadget ein absolutes Must-Have für eine Motorradtour durch Vietnam. Du hast dein Navi immer im Blick und selbst mit angeschlossenem Ladekabel und dadurch leicht geöffnetem Reißverschluss ist das Handy zu 95% wassergeschützt. Wichtig: Achte auf die Rezensionen, einige Modelle scheinen trotz Versprechen des Verkäufers nicht wirklich wasserdicht zu sein. Für dieses hier kann ich mich verbürgen. Bei sehr starkem, lang anhaltendem Regen kann die Folie durch die Hitzeentwicklung des Handys schonmal von innen beschlagen, aber in meinem Fall nie so stark, dass die Lesbarkeit des Displays oder die Funktionalität des Smartphones groß beeinträchtigt wurde.

Helm

In Vietnam herrscht Helmpflicht. Was dort allerdings alles als Helm bezeichnet wird, hat mit den deutschen Standards nicht viel gemeinsam. Entsprechend schwer ist es, dort etwas zu finden was den Kopf nicht nur bedeckt, sondern diesen auch schützt. Ich habe mir einen billigen Jethelm (ähnlich diesem Modell) besorgt und gehörte damit wohl zu den best geschützten Motorradfahrern in Vietnam. Der Hintransport im Handgepäck war etwas unkonventionell, lief aber problemlos. Wichtig: Ein Visier bis zum Kinn ist bei Regen (vor allem für Brillenträger) Gold wert. Außerdem bekommt man weniger Insekten in die Nase.

Hygieneschlafsack

Da die Hygienestandards in Vietnam andere sind als in Deutschland, kann es durchaus passieren, dass dir ein Hotel-/Hostelzimmer beim Betreten etwas ungepflegt vorkommt. Natürlich sollte und darf man sich nicht alles gefallen lassen, aber Spinnen an der Decke, Schimmel, schmutzige Zimmerecken und ein paar Flecken auf dem Bettlaken sind mehr oder weniger Standard in der Preisklasse rund um 200.000 VND pro Nacht. Hin und wieder habe ich daher Gebrauch von meinem Hygieneschlafsack gemacht. Das ist ein Schlafsack ohne Innenfutter, also eigentlich nur eine Art Hülle. Der dünne Kunststoff verhindert, dass du mit Bett, Laken und Kissen in Berührung kommst und gab, mir zumindest, oft ein besseres Gefühl beim Einschlafen.

Insektenschutz

Den Unterschied zwischen Insektenschutz und kein Insektenschutz haben mir die Moskitos bei den Tunneln von Cu Chi gezeigt. Bei meinen vorherigen Ausflügen in den Dschungel war ich mit dem Spray nicht sparsam und bekam keinen einzigen Mückenstich ab. Beim Besuch der Tunnel war ich allerdings spät dran und verzichtete daher auf den Instektenschutz. Nach Cu Chi zierten gleich 12 juckende Stiche meine Arme und Beine. Daher kann ich dir das NOBITE Mückenspray wärmstens empfehlen. Wichtig: Falls du dich für ein anderes Produkt entscheidest – achte darauf, dass es den Wirkstoff DEET enthält. Er wurde 1946 von der US-Army entwickelt und unter anderem im Vietnamkrieg eingesetzt. Das Zeug beißt in der Nase und greift Kunststoff an, aber es funktioniert.

Knieschoner

Wenn man sich für eine Motorradtour durch Vietnam entscheidet, muss man das Risiko eines Unfalls in Kauf nehmen. Neben Händen und Kopf sind die Knie wohl die Körperteile, die am ehesten in Mitleidenschaft gezogen werden können, wenn man eine Bruchlandung hinlegt. Daher habe ich mich dazu entschlossen, bei meiner Fahrt Knieschoner zu tragen. Ich habe sie zum Glück nicht gebraucht. Didi hingegen, ein deutscher Backpacker den ich unterwegs kennengelernt habe, war tatsächlich in einen Unfall verwickelt und ist dabei unter anderem auf den Knien gelandet. Wichtig: Schutz und Sicherheit > hippes Aussehen.

Motorradhandschuhe

Wer schonmal in den Genuss kam, sich beim Motorradfahren ohne Handschuhe aufs Maul zu legen, wird mir zustimmen, dass Handschuhe ebenso wichtig sind wie ein Helm. Daher solltest du hier definitiv nicht sparen. Da ich auch in Deutschland Motorrad fahre, hatte ich bereits ein gutes Paar zur Hand, ähnlich diesen hier. Manche Motorradhandschuhe, so auch meine, werden mit Touchscreen-Bedienbarkeit beworben. Ob dieses Feature den Mehrpreis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Mülltüten und Panzertape

Beides nimmt nicht viel Platz weg und wird sich auf deiner Reise mindestens einmal als Retter aus der Not beweisen. Wichtig: Hier ist Kreativität gefragt. Mülltüten lassen sich z.B. prima als zusätzlichen Regenschutz für den Rucksack, Wäschesack und zur Bewahrung von trockenen Socken einsetzen. Mit Panzertape kann man die Mülltüten an den Füßen flicken, wenn man die Schuhe wieder mal zu ungestüm angezogen hat, oder einen Rahmenbruch am Gepäckträger professionell reparieren. Auch kann ich bestätigen, dass Panzertape als integraler Bestandteil eines Fahrradponchos hervorragende Dienste leistet.

Powerbank

Ursprünglich hatte ich geplant, Strom an der Batterie des Motobikes abzugreifen und mit Zigarettenanzünder-Buchse sowie passendem USB-Adapter mein Handy permanent zu laden. Leider hat diese geniale Konstruktion in der Praxis nicht funktioniert, wohl wegen mangelnder Spannung. Da das Handy im Navigationsmodus den Akku stark beansprucht, hatte ich alternativ zwei Powerbanks dabei, von denen eine (ältere Version) nach kurzer Zeit den Geist aufgab. Die Poweradd Slim 2 hingegen blieb mir die gesamte Reise über treu und hat sich definitiv das Prädikat „spritzwassergeschützt“ verdient. Mit vollem Akku und voller Powerbank hat mein Lumia 640 ungefähr acht bis neun Stunden im Navigationsmodus durchgehalten. Diese Kapazität war für meine Ansprüche vollkommen ausreichend.

Regenponcho

Trotz Regenjacke und Halstuch würde ich dir einen zusätzlichen Poncho bei längeren Regenfahrten empfehlen. Ich hatte einen einfachen Fahrradponcho dabei, der bei einer Reisegeschwindigkeit von 60 bis 70 km/h allerdings recht schnell zerfleddert ist und immerwieder mit Panzertape geflickt werden musste. Ein Motorroller-Regenponcho ist für höhere Geschwindigkeiten wahrscheinlich besser geeignet, allerdings auch etwas teurer. Mit Kapuze unter dem Helm und den Fingern in den Halteschlaufen sind jedenfalls Hals, Brustbereich und der Bereich um den Hosenbund nochmals etwas besser geschützt und sollten auch nach vielen Stunden im Regen trocken bleiben.

Spannbänder

Um meinen Backpack auf dem Motorrad zu befestigen, habe ich ein kleines Sortiment an Spannbändern mitgenommen. Später habe ich zwar welche zum Motobike dazubekommen und ich bin mir sicher, dass man ähnliche Modelle auch in diversen Läden in Vietnam findet, aber man weiß ja nicht von welcher Qualität. Durch die Metallhaken machten meine Spannbänder jedenfalls einen deutlich stabileren Eindruck und ich hatte keinerlei Bedenken, sie auch mal etwas strammer um den Rahmen zu wickeln. Eines der anderen Bänder ist unterwegs gerissen. Wichtig: Für den Notfall hast du immernoch Panzertape dabei.

Werkzeug

Wenn du bei einer Panne irgendwo im nirgendwo nicht vollkommen aufgeschmissen sein willst, solltest du zumindest die grundlegende Funktionsweise eines Mopeds verstehen und dir bei einfachen Reparaturen zu helfen wissen. Ich hatte einen verstellbaren Maulschlüssel, Zündkerzenschlüssel, Kabelbinder in verschiedenen Größen, Lüsterklemmen, ein Stück Draht, Schraubenzieher, Taschenmesser und eine Dose Reifenpilot, die ich trotz eingefahrenem Nagel glücklicherweise nicht benötigte, im Gepäck. Wichtig: Für den Notfall hast du immernoch Panzertape dabei.

Alles Weitere bedarf meiner Meinung nach keiner ausführlicheren Beschreibung: Gute Regenjacke und -hose, ausreichend Wechselkleidung, Oropax und Schlafmaske, Taschenlampe, ein dickes Halstuch, eine kleine Reiseapotheke (Erkältungstee, heiße Zitrone, Aspirin, Fenistil, Bepanthen) und allerlei Kleinkram wie Kopfhörer, Karabinerhaken, Ladekabel und Vorhängeschloss.

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