Roadtrip Island – Highlights

Auf dieser Seite findest du fünf ausgewählte Highlights unserer Islandreise. Natürlich hat das Land noch deutlich mehr zu bieten. Eine detaillierte Auflistung aller von uns besuchten Orte findest du im Tagebuch.

Reykjavik – Ein bemerkenswertes Hauptstädtchen

Die isländische Mini-Metropole ist in vielerlei Hinsicht besonders. Reykjavik ist die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt und mit ca. 120.000 Einwohnern – im Vergleich zu anderen Hauptstädten dieser Welt – erschreckend klein. Schaut man sich den Rest von Island an, ist Reykjavik jedoch das pulsierende Leben.

Ein touristisch geprägtes Zentrum rund um die Laugavegur wartet mit einer Vielzahl an hippen Bars, exklusiven Restaurants, Tattoostudios und Souvenirshops auf. Hier trifft man sowohl tagsüber als auch nachts andere Reisende und hat am ehesten das Gefühl, sich in einer Hauptstadt zu befinden. Für Filmfreunde bietet sich ein Besuch der geräumigen Lebowski Bar an, deren Interieur teils mehr, teils weniger liebevoll an den Klassiker der Coen Brüder angelehnt wurde. Der perfekte Ort um ein überteuertes Bier oder einen überteuerten White Russian zu trinken. Die Toilette im Keller wird dir zusätzlich einen kleinen Ego-Schub verpassen.

Etwas weiter außerhalb geht es deutlich ruhiger und vor allem „grauer“ zu. Von Schönheit im konventionellen Sinne kann man bei Reykjavik nur mit einem zugekniffenen Auge sprechen, denn die ungemütlichen Rauputzfassaden erinnern stark an DDR und Walter Gropius. Als Entschädigung bekommt man z.B. im Reykjavik Roasters einen hervorragenden Kaffee und spannende Einblicke in die aktuellen Modetrends der Hipsterszene. Ebenfalls erwähnenswert ist das Icelandic Phallological Museum. Wie der Name vermuten lässt, wird der kultivierte Besucher hier von Pimmels in verschiedensten Farben und Formen empfangen. Ein weiterer Beweis für den großartigen Humor der Isländer. Mit einem Eintrittspreis von 1.500 ISK fällt das Preis-Leistungsverhältnis jedoch eher dürftig aus, erwarte also nicht zu viel, falls du dort vorbeischaust.

Die klassischen Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Skulptur The Sun Voyager, das 2011 eröffnete Konzert- und Opernhaus Harpa oder die eindrucksvolle Hallgrímskirkja sind natürlich ebenfalls einen Besuch wert. Wenn du dir einen umfassenden Überblick über die Stadt verschaffen möchstest und an der Geschichte des Landes und seiner Einwohner interessiert bist, kann ich dir die Free Walking Tour von CityWalk.is ans Herz legen. In ca. zwei Stunden erfährst du eine ganze Menge sinnvolles und schwachsinniges Zeug und zahlst am Ende soviel du magst.

Region Mývatn – Ballungsraum der Sehenswürdigkeiten

Rund um den See Mývatn und das Örtchen Reykjahlíð im Norden der Insel findet sich eine Vielzahl außergewöhnlicher Sehenswürdigkeiten, die ich dir für deinen Island Roadtrip wärmstens ans Herz legen kann. Kurzer Hinweis: Im Sommer soll es hier von Mückenschwärmen nur so wimmeln, als wir im April dort waren habe ich allerdings keine Einzige bemerkt.

Bei der Einfahrt nach Reykjahlíð wirst du am Horizont schon den Hverfjall-Krater entdecken. Der formschöne Ring von ca. einem Kilometer Durchmesser und 100 bis 150 Metern Höhe entstand vor 2.500 Jahren durch eine gigantische Wasserdampfexplosion. Eine F-Road führt bis kurz vor den Kraterhang, anschließend kann der Hverfjall über zwei Wanderwege bestiegen werden. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber ich bin mir sicher, dass sich der Fußmarsch lohnt.

In direkter Umgebung findest du die Grjótagjá – eine kleine Höhle, die einen dampfenden, blauen Heißwassersee beheimatet. Leider darf man nicht mehr darin baden, da sich die Höhle mittlerweile in Privatbesitz befindet. Sehr schade, denn vor wenigen Jahren war dies noch möglich. Trotzdem lohnt sich der Besuch vor allem für Fans der Serie Game of Thrones: 2013 wurde hier die Liebesszene zwischen Jon Snow und Ygritte gedreht.

Ebenfalls nur wenige Minuten Fahrtzeit entfernt befindet sich die Dimmuborgir. Dabei handelt es sich um die, teilweise in bizarren Formen, erstarrten Reste eines Lavasees. Verschiedene Wanderrouten führen dich durch das Labyrinth aus Lavafelsen und -stelen, die entfernt an dunkle Türme, Burgen oder Kirchen erinnern. Laut isländischer Sagen sind hier neben den Steinformationen auch Elfen und Trolle anzutreffen, also halte die Augen offen.

Wer eine Alternative zu dem sehr touristischen Blue Lagoon Thermalbad bei Reykjavik sucht, wird vermutlich bei den Mývatn Nature Baths fündig. Da wir uns nur für Ersteres entschieden haben, kann ich allerdings keine Empfehlung aussprechen. Günstig sind sie jedenfalls beide nicht.

Auf dem Weg von Reykjahlíð nach Egilsstaðir führt dich die Ringstraße nach kurzer Zeit über den Námaskarð-Pass, an dessen Fuße sich eine brodelnde und zischende Landschaft befindet. Angrenzend an den Parkplatz Hverir liegt ein sich ständig veränderndes Feld aus heißen Quellen. Stinkender Schwefeldampf, neongelbe Erdverfärbungen und träge blubbernde Schlammlöcher tragen dazu bei, dieses Fleckchen wie die Oberfläche eines fremden Planeten aussehen zu lassen.

Black Sand Beach – Schwarzweiß ohne Filter

Ohne die außergewöhnliche Farbgebung wäre der Black Sand Beach vermutlich nichts besonderes, sondern nur ein Strand mit ein paar angrenzenden Basaltfelsen. So verleiht die tiefschwarze Farbe der Lava dem Küstenabschnitt jedoch ein einzigartiges Aussehen.

Wir hatten das große Glück, den Black Sand Beach im Nebel und bei stürmischem Regen erleben zu dürfen. Hört sich erstmal ironisch an, ist aber ernst gemeint: Schaut man sich Fotos des Strandes an, die bei schönem Wetter geschossen wurden, sieht das Ganze nicht halb so beeindruckend aus wie bei schlechtem Wetter.

Direkt vor der Küste ragen drei Felsnadeln in den Himmel, bei denen es sich – wie bei so vielen Felsen in Island – um versteinerte Trolle handeln soll. So berichtet jedenfalls eine alte isländische Legende, zu deren Glaubwürdigkeit ich leider nichts zu sagen vermag.

Mir bleibt der Black Sand Beach jedenfalls als einer der ungewöhnlichsten Orte die ich je besucht habe in Erinnerung – als ein Ort, an dem es nur die Farben Schwarz und Weiß (ja ich weiß, sind keine Farben) gibt. Daher würde ich dir ebenfalls empfehlen, den Küstenabschnitt bei Vík bei möglichst stürmischem und nebligem Wetter zu besuchen. Nasse Klamotten trocknen wieder!

Glacier Lagoon – Eiskalt und wunderschön

Die Glacier Lagoon bezeichnet den See Jökulsárlón (isländisch für „Gletscherflusslagune“) im Süden der Insel. Daber handelt es sich um den tiefsten und größten Gletschersee in Island, der direkt an den Vatnajökull-Gletscher angrenzt und in einer schmalen Schneise in den Ozean mündet. Diese Schneise liegt praktischerweise direkt an der Ringstraße.

Auf dem See ist eine Menge Treibeis unterwegs, welches sich von der Gletscherzunge aus langsam aber beständig seinen Weg ins offene Meer bahnt. Dabei ist besonders das vielfältige Farbspiel der Eisbrocken erwähnenswert – von leuchtend blau bis strahlend weiß ist alles vertreten. Hier solltest du einen Stopp und einen längeren Spaziergang einplanen.

Geysir – Mutter der springenden Quellen

Islands großer Geysir ist der Namensgeber für springende Heiß- und Kaltwasserquellen weltweit. Er befindet sich im Süden der Insel und stellt, zusammen mit anderen Geothermalquellen in seiner unmittelbaren Nähe, eine der vielen Sehenswürdigkeiten auf der Route des Golden Circles dar. Er ist Teil des aktiven Vulkansystems im Haukadalur-Gebiet und seine unterirdischen Wasserströme werden über 100 Grad heiß.

Da der große Geysir nur noch selten von sich hören lässt, wirst du den ständig ausbrechenden Strokkur wenige Meter daneben wahrscheinlich deutlich interessanter finden. In regelmäßigen Abständen von zehn bis zwölf Minuten schießt er eine 25 bis 35 Meter hohe, kochende Wassersäule in die Luft. Meistens zweimal direkt hintereinander, manchmal sogar dreimal. Tipp: Achte darauf, von welcher Seite der Wind weht.

In unmittelbarer Nähe des Geysir-Gebietes liegt übrigens der Gullfoss: Ein zweistufiger Wasserfall, der ebenfalls eine Attraktion des Golden Circles darstellt.

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