Roadtrip Malta – Tagebuch

Im Folgenden findest du eine detaillierte Schilderung unserer Erlebnisse in Malta. Viel Spaß beim Lesen! Falls du etwas Bestimmtes suchst, kannst du die einzelnen Kapitel auch über die Schnellauswahl ansteuern:

Tag 1 – Ein angemessener Empfang
Tag 2 – Unterwegs auf Gozo
Tag 3 – Zeitsprünge und Schlaglöcher
Tag 4 – Things to do in Malta

Tag 1 – Ein angemessener Empfang

Pünktlich um 18 Uhr hebt unsere Ryanair-Maschine am Flughafen Köln-Bonn ab. Nach knappen drei Stunden landen wir auf Malta und werden beim Aussteigen von einem unglaublichen Sonnenuntergang empfangen. Nachdem wir die Passkontrolle erfolgreich durchlaufen haben, steuern wir das Mietwagenterminal von AVIS an um unseren kleinen Toyota Aygo in Empfang zu nehmen. Stattdessen bekommen wir jedoch die Schlüssel für ein Peugeot 108 Cabrio in die Hand gedrückt – free Upgrade!

Beeindruckender Sonnenuntergang am Luqa Airport auf Malta

Nach einem kurzen Fußmarsch finden wir unseren Wagen auf dem Flughafenparkplatz, verstauen unser Gepäck in dem winzigen Kofferraum und überprüfen das Auto auf Beschädigungen. Tipp: Viele Touristen sind nicht an Rechtslenker gewöhnt und die Maltesen gehen nicht gerade zimperlich mit ihren Autos um – du solltest also genau hinschauen. Tatsächlich finden wir zwei größere Beschädigungen, die noch nicht vermerkt sind.

Also gehen wir zurück zum Terminal, lassen die fehlenden Kratzer abzeichnen und starten schließlich mit offenem Verdeck und guter Laune Richtung Bugibba. Nach den ersten Kilometern stelle ich fest, dass das Fahren im Linksverkehr erstaunlich gut klappt, obwohl ich das letzte Mal vor über drei Jahren in Neuseeland auf der „falschen“ Seite unterwegs war. In einer dunklen Seitenstraße nehme ich kurz darauf ein paar Äste mit, die aber glücklicherweise keine Kratzer hinterlassen – so viel dazu.

Eine Viertelstunde später erhellt plötzlich ein Feuerwerk den nächtlichen Himmel über Malta. Wir halten am Straßenrand und schauen uns das Spektakel zusammen mit einigen anderen Schaulustigen an. Erst der Sonnenuntergang, dann das Upgrade und jetzt auch noch ein Feuerwerk – wäre doch wirklich nicht nötig gewesen, Malta. In Bugibba angekommen parke ich unser kleines Cabrio am Rande des San Pawl (haha) Highway. Fünf Minuten später checken wir im Topaz Hotel ein und bekommen laut der Rezeptionistin eines der besten Zimmer im Haus, da es sowohl nah am Swimmingpool, als auch nah am Restaurant liegt – jetzt wird es langsam gruselig.

Anschließend machen wir uns auf Richtung Innenstadt. Bugibba ist ein beliebtes Ziel für Pauschaltouristen – entsprechend touristisch ist der Stadtkern geprägt. Wir essen gegen kurz nach 23 Uhr im Fat Harry’s zu Abend, genehmigen uns ein Bierchen und spazieren noch etwas an der Hafenpromenade entlang, bevor wir müde und erschöpft zum Hotel zurückkehren.

Tag 2 – Unterwegs auf Gozo

Um kurz nach 8 Uhr stehen wir auf und frühstücken ausgiebig dank eines großen All-you-can-eat Buffets. Anschließend packen wir unsere Rucksäcke für die heutige Tagestour nach Gozo und machen uns auf zu unserem Peugeot. Gozo ist die zweitgrößte Insel des maltesischen Archipels und vor allem für alte Tempelanlagen und einen inländischen Salzwassersee bekannt. Draußen empfangen uns strahlender Sonnenschein und über 30 Grad Celsius – da lohnt sich das Cabrio mal richtig. Nach einer ca. zehnminütigen Fahrt durch das belebte Bugibba und einer kurzen Überlandpassage erreichen wir das Fährterminal im Norden der Insel.

Wir haben Glück, denn die Fähre legt gerade an. Kurze Zeit später befinden wir uns im Innern des blau-weißen Schiffes und sind froh, dass unser Auto so klein ist – Platz ist hier Mangelware. Von einem Einweiser bekomme ich erklärt, dass man kein Ticket für die Hinfahrt benötigt – die Kosten sind in dem Ticket für die Rückfahrt enthalten. Die Überfahrt dauert ca. 40 Minuten und gestaltet sich sehr angenehm. Wir verbringen die meiste Zeit auf dem Sonnendeck, von wo man einen herrlichen Ausblick über die Küstenlinien der Inseln Malta, Gozo und Comino hat.

Ausblick auf Gozo vom Sonnendeck der Fähre aus

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Rädern haben, steuern wir die Ruinen der Ġgantija-Tempel an. Wenige Minuten später erreichen wir das dazugehörige Museum und parken unser Cabrio am Eingang. An der Kasse zahlen wir 9€ pro Person und bekommen erklärt, dass das Ticket zu den Tempelanlagen auch den Zutritt zu der nahegelegenen Ta‘ Kola Windmill beinhaltet.

Das kleine Museum erklärt dem Besucher alles über die ca. 5.600 Jahre alten Tempelanlagen und deren Erbauer – wir finden es mäßig spannend. Die Ruinen, die man nach einem kurzen Spaziergang über das Außengelände erreicht, sind da schon interessanter. Etwa eine halbe Stunde verbringen wir zwischen den verwitterten Mauern und lesen uns die vielen kleinen Hinweistafeln durch. In dem Souvenirshop, durch den man das Museumsgelände verlässt, entscheide ich mich spontan dazu ein Getränk namens Kinnie zu probieren. Nach dem ersten, sehr bitteren Schluck bereue ich den Kauf und hole mir schnell noch eine Flasche Wasser.

Die Ta‘ Kola Windmill liegt nur wenige Gehminuten von den Ġgantija-Tempeln entfernt, daher müssen wir nichtmal umparken. Die kleine Windmühle stellt von innen wie außen ein schönes Fotomotiv dar, ist ansonsten aber nicht sonderlich spektakulär. Solltest du dich allerdings für die Geschichte der maltesischen Landwirtschaft interessieren, kommst du in dem Museum voll auf deine Kosten. Wir klettern die engen Wendeltreppen bis zur obersten Etage hinauf, genießen den Ausblick und verbringen in Summe etwa 20 Minuten in dem Gebäude.

Anschließend fahren wir eine kurze Passage bis an die südliche Küste der Insel. Dort befinden sich der Fungus Rock – ein dem Festland vorgelagerter Kalksteinfelsen – und der Inlandsee. Bei letzterem handelt es sich um einen kleinen Salzwassersee, der durch einen etwa hundert Meter langen Tunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Wir parken unser Cabrio etwas abseits, da die Tourist Information am Inlandsee von unzähligen Reisebussen belagert wird, und machen erstmal einen Spaziergang entlang der Küste.

Stelle des ehemaligen Azure Windows auf Gozo

Da der Inlandsee als Badesee genutzt werden darf und kein Wölkchen am Himmel zu sehen ist, herrscht an dessen Ufer reges Treiben. Wir schwimmen ein paar Bahnen und nehmen danach für jeweils 4€ an einer etwa 20-minütigen Bootstour durch den Felstunnel teil. Wir bekommen leuchtend orange Korallen und das satte Blau des offenen Meeres zu sehen, bevor der Guide uns die Stelle zeigt, an der bis vor Kurzem das Azure Window bewundert werden konnte. Ein schwerer Sturm brachte die Felskonstruktion im März 2017 zum Einsturz, daher können wir nur noch einige Überreste unter Wasser erahnen.

Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und verlassen Gozo wieder per Fähre. Auf Malta angekommen fahren wir nach Mdina, das im Zentrum der Insel liegt. Mdina ist eine ehemalige Hauptstadt des Landes und liegt auf einem Hochplateau, das die umliegenden Städte überragt. In den engen Straßen sind Parkplätze leider rar gesät, daher suchen wir eine Viertelstunde bis wir endlich fündig werden.

Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir die geschichtsträchtige Altstadt und schauen uns dort verschiedene Game-of-Thrones-Drehorte an: Peter Baelish’s Bordell befindet sich z.B. am Piazza Mesquita und das Stadttor diente als Stadttor von King’s Landing.

Enge Gasse in der Mdina Old Town auf Malta

Zurück in Bugibba essen wir Im BAYSIDE Restaurant direkt am bzw. über dem Meer zu Abend, bevor wir sehr müde ins Bett fallen.

Tag 3 – Zeitsprünge und Schlaglöcher

Wir stehen gegen kurz vor 8 Uhr auf und frühstücken draußen am Pool. Gut gestärkt machen wir uns anschließend auf zu den Ħaġar Qim und Mnajdra Tempelruinen ganz im Süden der Insel. Dort angekommen parken wir vorm Gebäude und schauen uns zum zweiten Mal in zwei Tagen ein Museum über viele alte Steine an. Tipp: Solltest du dich für den Besuch von nur einer Tempelanlage entscheiden, würde ich dir diese empfehlen. Das Museum ist moderner und ansprechender gestaltet als das der Ġgantija-Tempel und die Ruinen selbst sind ebenfalls interessanter. Der Eintritt kostet 10€ pro Person plus optional 1€ für den Audioguide.

Innenbereich der Mnajdra Tempelruinen auf Malta

Die 3.800 bis 2.500 v.Chr. erbauten Anlagen wurden vor einigen Jahren mit großen Sonnensegeln überspannt, um sie bestmöglich vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Wir sind dankbar für den Schatten, denn die Sonne brennt auch heute wieder unbarmherzig vom Himmel.

Nachdem wir uns fast alle Kapitel des Audioguides angehört und beide Ruinen fachmännisch begutachtet haben, machen wir noch einen kleinen Umweg zum Gedenkstein eines britischen Generals aus dem Ersten Weltkrieg, der in dieser malerischen Umgebung platziert wurde. Zurück am Ticketschalter des Museums versorgen wir uns erstmal mit eisgekühltem Wasser, um dem Tod durch Sonneneinstrahlung entgegenzuwirken. Anschließend planen wir den weiteren Tagesablauf im Schatten und starten kurz darauf mit zugeklapptem Verdeck und eingeschalteter Klimaanlage Richtung Valletta.

Grabmal eines maltesischen Generals aus dem Ersten Weltkrieg

Wenige Kilometer vor der Hauptstadt wird der Verkehrsfluss zunehmend dichter und die Straße teilweise sogar vierspurig. Nachdem wir uns ein paar Mal verfahren, parken wir schließlich vor einem Kiosk, etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Valletta selbst hat zwar nur eine Fläche von ca. 0,8 Quadratkilometern, aber da der Übergang zu den Nachbarstädten fließend verläuft, wirkt die Fläche deutlich größer.

Unser Spaziergang führt uns durch einige Parks und vorbei an der Hafengegend, bevor wir die engen Sträßchen Vallettas erreichen. Die hügelartigen Straßenzüge erinnern entfernt an San Francisco, die kleinen Häuschen und der viele Sandstein passen jedoch nicht ins Erscheinungsbild einer amerikanischen Großstadt. In einer Fußgängerzone werden wir auf das Valletta Film Festival aufmerksam, das offenbar gerade stattfindet. Leider finden die Vorführungen in einem eigens dafür errichteten Open-Air-Kino nur abends statt, daher verzichten wir.

Wir verbringen etwa drei Stunden in der Stadt, schauen uns einige Kirchen von innen und/oder außen an und machen uns nachmittags wieder auf den Weg zum Auto. Den Besuch der berühmtesten Kirche in Valletta – der St. John’s Co-Cathedral – lassen wir aus, da uns 10€ Eintritt pro Person zu teuer ist.

Anschließend fahren wir durch die inzwischen vertrauten, engen Schlaglochpisten wieder Richtung Norden. Unser Ziel ist der rote St. Agatha’s Tower, den wir schon ein paar Mal aus der Ferne gesehen haben. Die knallrote Festung befindet sich auf einer Anhöhe über der Mellieħa Bucht und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Offenbar jedoch nicht an einem Montagnachmittag um kurz vor 16 Uhr, denn wir stehen vor verschlossenen Türen. Wegen dem fantastischen Ausblick über die Küsten von Malta und Gozo hat sich der Zwischenstop trotzdem gelohnt.

Der rote St- Agatha's Tower über Mellieha Bay

Anschließend biegen wir auf eine holprige Dirtroad ab und steuern das Ahrax Open Cave am nördlichsten Zipfel der Insel an. Dabei handelt es sich um ein großes Loch im Felsboden, das direkt mit dem offenen Meer verbunden ist. Bei gutem Wetter und ruhiger See soll man darin schwimmen können und auch der meterhohe Sprung ins kühle Nass soll ungefährlich und für jeden machbar sein. Als wir die Höhle erreichen, werden wir von starkem Wind und leider auch starkem Wellengang empfangen – daher entscheiden wir uns schweren Herzens gegen das Abenteuer.

Bei der Rückfahrt überschätze ich die Bodenfreiheit des kleinen Peugeots und bekomme das Überfahren eines Steinbrockens mit einem unschön knirschenden Geräusch quittiert. Nach betretenem Schweigen und einem kurzen Stop am Straßenrand steht jedoch fest, dass die Ölwanne heil geblieben ist und unser Franzose keine Flüssigkeiten verliert – Glück gehabt. An dieser Stelle sollte ich mich vermutlich mal wieder bei unserem Vermieter entschuldigen, also sorry AVIS.

Um heute doch noch ins Wasser zu kommen halten wir bei der Rückfahrt in der Mellieħa Bucht – denn dort befindet sich der längste Sandstrand Maltas. Nach einem Bilderbuch-Sonnenuntergang fahren wir zurück ins Hotel, essen dort zu Abend und gehen früh ins Bett.

Tag 4 – Things to do in Malta

Um 8:30 Uhr klingelt der Wecker und wir bedienen uns ein letztes Mal an dem umfangreichen Buffet. Anschließend fahren wir fünf Minuten ins benachbarte Qawra und besuchen die Malta Classic Car Collection. Für 8,50€ pro Person bekommt man Zutritt zu mehreren Kellerräumen, die mit einer Vielzahl alter Autos und Motorräder gefüllt sind. Allerlei zeitgenössische Accessoires, Krimskrams und Neonbeleuchtung sorgen für das passende Ambiente. Nach anfänglicher Skepsis konnte sich auch meine Freundin mit der Ausstellung anfreunden und fand eine Menge interessanter Fotomotive.

Blick in die Ausstellungsräume der Malta Classic Car Collection

Wir verbringen etwa eine Dreiviertelstunde bei den Oldtimern, bevor wir die klimatisierten Kellerräume verlassen und wieder mit 35 Grad Außentemperatur konfrontiert werden. Es folgt eine ca. halbstündige Fahrt quer über die Insel zu den Dingli Cliffs, die eine Felsformation an der südwestlichen Küste und die höchste Erhebung auf dem maltesischen Archipel darstellen.

Nach vielen kurvigen Sträßchen erreichen wir den höchsten Punkt  und parken kurz vor dem steilen Abgrund, der über 200 Meter in die Tiefe führt. Wir machen einen Spaziergang, schauen dem Ozean zu und entdecken unter uns einige Autowracks, die scheinbar die Klippen hinuntergeschoben wurden – faszinierend.

Kurz nach Mittag fahren wir zurück ins Landesinnere und halten in Siġġiewi, wo sich das Malta Falconry Center befindet. Wir zahlen jeweils 8€ Eintritt und bekommen anfangs einige Adler und Geier zu sehen, die meiner Meinung nach viel zu groß für ihre Volieren sind. Die meisten Eulen, Uhus und Falken haben zwar Auslauf oder größere Freiluft-Gehege zur Verfügung, trotzdem weiß ich nicht so recht, was ich von der Einrichtung halten soll. Nach unserem Rundgang bekommen wir noch eine kleine Vorführung des Vorzeige-Falken und einer kleinen Eule zu sehen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

Drei Falken im Außenbereich des Malta Falconry Centres

Unser letztes Ziel ist Popeye Village – eine ehemalige Kulissenstadt, die 1979 für den Film „Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag“ an der Küste Maltas errichtet wurde. Heute werden die 19 knallbunten Häuser als Freizeitpark genutzt. Weil uns der Park nicht besonders reizt und wir eigentlich nur mal einen Blick auf die Kulisse werfen möchten, halten wir einige Hundert Meter hinter dem Eingang und können vom Straßenrand aus das gesamte Areal überblicken.

Unsere Restzeit in Malta verbringen wir am Strand der Mellieħa Bucht. Gegen 18 Uhr geben wir unseren Mietwagen ab, betreten den Flughafen und sitzen kurz darauf schon wieder im Ryanair-Flieger Richtung Heimat.

Danke, dass du bis hierhin gelesen hast – ich hoffe es hat dir gefallen.

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