Being weird in Florida

In den USA wird dich kein Kulturschock erwarten. Hier ist niemand eingeschnappt, wenn du mit dem Fuß auf ihn zeigst und du beleidigst keine Gottheit, wenn du eine Kuh streichelst – daher kannst du dich in Florida mehr oder weniger genau so verhalten, wie du es von der Heimat gewohnt bist. Westliche Werte prägen das Verhalten, du findest Hotels jeder Preisklasse und kannst hier genau so reisen wie du es gerne möchtest.

Statt Verhaltenshinweisen findest du in diesem Beitrag daher einen kurzen Abriss über die Einwohner Floridas. Da mir die verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich in Erinnerung geblieben sind, habe ich jeder einen einzelnen Abschnitt gewidmet:

Florida Keys – Livin‘ the Salt Life

Rund um die Keys wird dir an vielen Autos ein Aufkleber mit den Worten „Salt Life“ auffallen. Dabei handelt es sich um eine Lifestyle-Marke, die 2003 in Florida gegründet wurde. Auf der Webseite des Unternehmens schreiben die Gründer, dass sie eine Marke entwickeln wollten, die nicht nur ein Logo ist, sondern die den Lebensstil einer kompletten Region widerspiegelt.

Da viele Einwohner der Keys mit der Marke sympathisieren, ist ihnen dies offensichtlich gelungen. Im Fokus der Verfechter des Salt Lifes stehen sämtliche Aktivitäten, die mit dem Ozean oder der Küste zu tun haben – ob Fischen, Surfen, Tauchen, Schwimmen oder einfach nur ein entspannter Tag am Strand. Wenn ich an die vielen Pickups mit Angeln, Surfbrettern oder Tauchflaschen auf der Ladefläche denke, zweifle ich dieses Lebensmotto keine Sekunde lang an.

Miami – Trash vs. Boheme

Wir haben gezwungenermaßen drei Nächte in Miami Beach verbracht, weil wir unser Hostel schon in Deutschland gebucht hatten. Da unser Urlaub genau in die Zeit des Spring Breaks fiel, mussten wir Monate im Voraus buchen um überhaupt noch etwas zu bekommen. Rückblickend wäre uns eine Bleibe in Wynwood, weit Abseits vom Ocean Drive und all dem Trubel, deutlich lieber gewesen.

Während der Ocean Drive an jedem Abend von – sorry – der untersten Bildungsschicht zwischen 16 und 25 bevölkert wurde, traf man in Wynwood auf liebevoll eingerichtete Cafés, Hipster-Bars und eine kunstaffine und vermutlich gebildete Szene. Während wir uns das Treiben am Ocean Drive einfach anders vorgestellt hatten, dachten wir, wir würden in Wynwood nur ein paar besprühte Hauswände vorfinden. Während wir geplant haben, hätten wir uns wohl mal besser informieren sollen. Während, hätte, Fahrradkette.

Everglades – Cletus lives here

Das Personal, dem ich in Everglades City oder an den Airboat- und Swamp-Buggy-Stationen begegnet bin, ließ mich mehrmals an den bekannten Simpsons-Hillbilly denken. Damals fiel mir der Name nicht ein, heute bin ich dank Google schlauer: Cletus Spuckler. Ich bin mir sicher, dass der Großteil der Menschen dort ein gutes Herz hat und will ihnen nichts Böses, aber die Klischees kommen scheinbar nicht von ungefähr. Tattoos im Knasti-Look, schmuddelige Schlapphüte, sehr dicke Frauen in klimatisierten Kassenwagen und alte, sonnengegerbte Haut prägen das Bild, das mir von (einem Bruchteil) der Einwohner der Everglades in Erinnerung geblieben ist.

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