Vietnam – Tag 14

Urlaub vom Urlaub

Motorradreise durch Vietnam | 2016 | Tag 14
Panorama der Bucht von Mui Ne im Süden Vietnams

Da der Wind nachts mehrmals mein Moskitonetz aufweht und meine Ohren das Meeresrauschen scheinbar als weniger beruhigend empfinden als ich es mir wünsche, wache ich gegen 8 Uhr zerstochen und ziemlich unausgeschlafen auf. Ich trage Mückenspray auf und gönne mir im Restaurantbereich ein Spanish Omelette mit vietnamesischem Kaffee und frischer Milch zum Frühstück.

Die drei Tage im Long Son habe ich in erster Linie zur Erholung von den Strapazen meiner Reise eingeplant, entsprechend gestaltet sich der Tagesablauf. Den Vormittag verbringe ich in meiner Hängematte am Strand und lese „Im Westen nichts Neues“ (Leseempfehlung!) fertig. Mittags werde ich von einem alten Vietcong-Jeep zur Sanddune-Tour abgeholt, die mich und fünf weitere Teilnehmer zuerst an einen kleinen Fluss führt, durch den man barfuss waten kann. Ist ganz nett, aber scheinbar auch Bestandteil von allen Sanddune-Tours in der Umgebung.

Entsprechend überlaufen sind der kleine Fluss und die angrenzenden Sandsteinfelsen. Nach 40 Minuten zur freien Verfügung geht es weiter an die Grenzen des Städtchens Mũi Né. Von dort aus hat man eine tolle Aussicht auf die Hafenbucht, in der sich unzählige kleine Fischerboote tummeln.

Nach weiteren 10 Minuten steuert der alte Jeep die White Dunes in der direkten Umgebung an und bleibt dabei auf der Strecke – der Gaszug reißt. Während der Fahrer eine verbeulte Werkzeugkiste unter den Sitzen hervornestelt, habe ich die Gelegenheit einen Blick unter die Haube dieses rollenden Museums zu werfen: Interessant und mitleiderregend zugleich.

Nach erfolgreicher Reparatur und Weiterfahrt empfängt uns eine Dünenlandschaft, die man eher in Nord- oder Südafrika vermutet hätte. Ich spiele mit dem Gedanken mir für eine halbe Stunde ein Quad zu leihen, aber 400.000 VND und der erbärmliche Zustand der Mühlen halten mich davon ab. Ich begnüge mich damit umherzuwandern, den Ausblick zu genießen und Quadfahrer zu beobachten, die sich mangels Erfahrung im tiefen Sand festfahren.

Im Anschluss folgt ein weiterer Stop bei den Red Dunes. Die Dünenlandschaft ist flächenmäßig etwas kleiner als die White Dunes, durch die Lage am Meer und den gerade eintretenden Sonnenuntergang allerdings ebenso schön. Ich unterhalte mich nett mit einer deutschen und einer finnischen Studentin aus meiner Gruppe, die beide ein Auslandssemester in Hong Kong absolvieren und in Vietnam eine Woche Urlaub machen.

Zurück im Hostel esse ich zu Abend, trinke ein paar Bier an der Bar und gehe gegen kurz vor 21 Uhr ins Bett.

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