Vietnam – Tag 22

Auf Skull Island

Motorradreise durch Vietnam | 2016 | Tag 22
Tempelanlage nahe Ninh Binh im Norden Vietnams

Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr. Ich wasche meine neuen Tattoos, gehe frühstücken und werde gegen 8 Uhr zu einer Tagestour in die so genannte trockene Halong Bucht abgeholt. Die beiden Studentinnen aus Hong Kong, die ich in Mũi Né kennengelernt habe, hatten mir damals von der Region vorgeschwärmt und sagten, sie würden den Besuch jederzeit einem Besuch der „echten“ Halong Bucht vorziehen. Da ich nur noch Zeit für eine Tagestour habe, fiel meine Wahl daher auf Ninh Bình und Tam Cốc.

Der erste Stopp führt mich und den Rest der Gruppe zu den Überbleibseln von Hoa Lư, der Hauptstadt Vietnams im zehnten und elften Jahrhundert. Dort bekommen wir eine interessante Lektion in Sachen altvietnamesische Geschichte sowie einige Fun-Facts zu Planung und Bau der Stadt. Nach der Besichtigung zweier mäßig interessanter Tempel (ich habe das Gefühl ich stumpfe ab) geht es weiter.

Als der Bus zum zweiten Mal anhält, sehe ich abseits des Parkplatzes einen langsam fließenden Fluss, der direkt an den Dschungel grenzt. Am Ufer besteige ich, zusammen mit einer Inderin aus Kenia eine kleine Holzgondel und werde anschließend ca. 90 Minuten durch die trockene Halong Buchtgerudert. Die Landschaft ist atemberaubend. Der Dschungel wechselt sich immer wieder mit Sandsteinfelsen ab und hoch über dem Fluss formen sich die Berge zu markanten, runden Gipfeln.

Kalksteinberge in der trockenen Ha Long Bucht bei Ninh Binh und Tam Coc

Die Vietnamesin am Ruder ist herzlich und lacht viel. Manches verstehe ich nicht so recht, da ihr Englisch sehr schlecht ist. Aber sie gibt mir zu verstehen, dass genau hier „Kong: Skull Island“ gedreht wurde. Außerdem sagt sie mir, wie schön meine Frau wäre und wundert sich über den Altersunterschied zwischen uns. Als ich aussteige, gebe ich ihr 50.000 VND Trinkgeld und verbringe die restliche Stunde zur freien Verfügung damit, auf einem Fahrrad mit kaputtem Sattel durch die Landschaft zu eiern.

Altes Fahrrad vor überfluteten Reisfeldern nahe Ninh Binh im Norden Vietnams

Bei der Rückfahrt nach Hanoi erlebe ich ein weiteres Highlight: Auf einem Motobike neben dem Bus entdecke ich einen älteren Vietnamesen, der eine leuchtend orange Jacke trägt, auf die in modischen schwarzen Lettern das Wort „fucking“ aufgestickt ist.

Gegen 18:30 Uhr komme ich schließlich in der Hauptstadt an und spaziere zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen über den Hanoi Nightmarket. Ich gönne mir zwei Bier und etwas zu Essen bevor ich zurück ins Hostel gehe um mit meinen Eltern und meiner Freundin zu skypen – es ist schließlich Heiligabend.

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