Vietnam – Tag 6

Die größten Höhlen der Welt

Motorradreise durch Vietnam | 2016 | Tag 6
Eine der größten Höhlen der Welt im Phong Nha Ke Bang Nationalpark in Vietnam

Morgens um 6 Uhr stehe ich auf, packe meine Sachen zusammen und gehe auf der Veranda frühstücken. Um kurz vor 8 Uhr holt mich der Veranstalter Jungle Boss, vertreten durch eine sehr kleine Führerin, zur Cave Tour durch den Park ab. Neben mir steigen ein jüngeres, neuseeländisches Pärchen, eine ältere und recht korpulente Australierin und – huiii – vier deutsche Backpackers in den kleinen Bus. Das riecht nach jeder Menge Smalltalk und dem obligatorischen „Wo-ich-schon-überall-war“-Standoff.

Der erste Stop ist die unglaublich weitläufige Paradise Cave. Diverse Scheinwerfer leuchten Teile der Höhle aus und lassen deren Größe erahnen. Während der Führung lerne ich einige interessante Fakten zu Stalaktiten (v) und Stalakmiten (^). Wir gehen ungefähr einen Kilometer in die Höhle hinein bis zum Ende des befestigten Fußweges. Weiter kommt man nicht per pedes sondern schwimmend, und das auch nur in der Trockenzeit.

Auf dem Weg zum Bus entdecken wir noch eine riesige Spinne – nice. Der zweite Stop führt uns zur Eight Lady Cave direkt an der Road 20, der bedeutendsten Straße des Vietcong während des Vietnamkriegs. Die Höhle selbst ist unscheinbar, eigentlich nur eine kleine Grotte mit einem Altar darin. Die Geschichte, die sich in Kriegstagen darin zugetragen hat dafür umso interessanter.

Im Anschluss geht es zu Fuß weiter, einen steilen Abhang hinunter direkt in den Dschungel. Hier macht sich der Mückenschutz bezahlt, denn neben diversen Bombenkratern gibt es hier auch Moskitos im Überfluss. Nach ca. 30 Minuten Fußmarsch gelangen wir an eine malerische Lichtung am Fuß dicht bewachsener Berge, direkt am Ufer eines kleinen Flusses. Nach einem vietnamesischen BBQ bestehend aus Rindfleisch, gegrilltem Tofu und bitterem Koriander, eingerollt in Reispapier (Rollen hat bei mir nicht so geklappt), geht es in Badesachen, mit Kopflampe und Rettungsweste durch den angrenzenden Fluss.

Am anderen Ufer angekommen folgt ein Aufstieg über eine Geröllpiste bis zum Eingang der Tra Ang Cave. Nach einer kurzen Einweisung schwimmen wir ca. 600 Meter hinein in die völlige Dunkelheit. Hier und da kreuzt mal eine Fledermaus den Lichtstrahl, ansonsten sind wir ganz alleine in der riesigen Höhle – eine tolle Erfahrung. Man vergisst auch fast wie arschkalt das Wasser ist, aber nur fast. Tipp: Falls du in einer der Höhlen schwimmen gehst, nimm dein Handtuch mit bis zum Eingang.

Draußen angekommen klettere ich zitternd bis zum Fluss runter, durchquere diesen und wickle mich dankbar in mein Handtuch. Es gibt einen heißen vietnamesischen Kaffee gegen die Kälte. Allerdings leider zu spät für mich, wie sich nachts zeigen wird. Über den Dschungelpfad geht es wieder zurück zur befestigten Straße, wo ich mich sehr angenehm mit den beiden Neuseeländern unterhalte. Auch für Tim aus Deutschland muss ich im Nachhinein eine Lanze brechen, war ein netter Kerl.

Zurück im Farmstay esse ich noch schnell zu Abend, nehme glücklich meinen Reisepass in Empfang und werde dann von einer vietnamesischen Dorfbewohnerin auf ihrem Motobike abgeholt. Weil der Farmstay komplett ausgebucht ist, hat die Chefin mich an Locals vermittelt: Für 200.000 VND kann ich auf einer „echten“ Farm in der Scheune pennen. Dort erwarten mich einige Hochbetten (glücklicherweise mit Moskitonetzen), ein großer Wassertank mit Toilette und ein WLAN-Router – nice.

Eine zum Schlafsaal ausgebaute Scheune in Vietnam

Während ich 21 Jump Street auf Youtube gucke und versuche das Geklacker und Gekrabbel um mein Bett herum zu ignorieren, kündigt sich die Erkältung an. Tipp: Moskitonetze unter die Matratze klemmen, wenn du sichergehen willst, dass nachts niemand kuscheln kommt. Achte darauf die Netze etwas anzuheben, damit sie nicht unter Spannung stehen. Sonst können sie reißen, wenn du nachts versehentlich dagegenkommst.

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