Vietnam – Tag 8

Von Panzern und Pussy

Motorradreise durch Vietnam | 2016 | Tag 8
Ein altes Flugzeug aus dem Vietnamkrieg im Museum der Khe Sanh Combat Base

Gegen 7:30 Uhr stehe ich auf und gehe wieder heiß duschen. Ich frühstücke zwei Baguettes und frage den Hotelbesitzer nach der Khe Sanh Combat Base, da mein Navi und Google Maps verschiedene Adressen anzeigen. Bestimmt eine Stunde suche ich nach dem dämlichen Museum, bis ich die Ausschilderung endlich finde. Scheinbar war ich noch nicht ganz wach.

Für 40.000 VND Eintritt kaufe ich mir ein Ticket und verbringe eine knappe Stunde auf dem Gelände. Die Panzer, Blackhawks, Flugzeuge und Bunkeranlagen sollte man sich meiner Meinung nach schon einmal anschauen, wenn man dort vorbeikommt. Die Berichterstattung innerhalb des gesamten Museums ist sehr einseitig: „Vietnamese soldiers fighting glorious for their home country“ vs. „American soldiers screaming and praying for help“. Damals noch von mir belächelt, habe ich seit dem Besuch des War Remnants Museum in Saigon großen Respekt vor den Vietnamesen und ihrer Art, mit der grausamen Vergangenheit umzugehen. Dazu jedoch später mehr.

Eine Honda Win in den Bergen des zentralvietnamesischen Hochlands

Im Anschluss hole ich meine Sachen im Hotel ab und fahre einen sehr engen und kurvigen Abschnitt des Ho-Chi-Minh-Highways Richtung Huyện A Lưới um meinen Angstgegner, den dicht befahrenen Highway 1, zu umgehen. Auf dem Weg Richtung Huế bekomme ich erstmals längere Regenschauern ab, passiere schöne Wasserfälle und kann glücklicherweise noch gerade so einem suizidgefährdeten Hundewelpen ausweichen. Tipp: In Vietnam kann dir immer und überall etwas vors Motorrad laufen oder springen – achte daher trotz Landschaft usw. immer so gut es geht auf die Straße vor dir!

Gegen ca. 16 Uhr biege ich zum ersten Mal auf den Highway 1 ab und fahre ein kleines Stück nach Huế rein. Es sind zwar einige Laster unterwegs, aber alles halb so wild. In der Innenstadt angekommen checke ich bei sehr freundlichem Personal im Casablanca Hotel ein und bekomme erstmal Tee und Kaffee aufs Haus, wegen meiner Erkältung.

Abends spaziere ich noch etwas durch die Stadt. Zum ersten Mal seit Hanoi sind hier wieder touristische Züge erkennbar: junge Männer bieten mir mehrfach Weed, Koks und/oder Frauen („good vietnamese pussy“) an. Da ich nach gründlicher Überlegung ablehnen muss und mein eigenes Bett vorziehe, plane ich noch ein bisschen die Route der nächsten Tage und gehe danach früh schlafen.

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